Ich frag mich, warum ich das geschrieben hab . . . 

----------------[i]Wenn du die Augen schließt, woran denkst du dann?

Daran, wie du dein Wochenende verbringen kannst?

Was du dir als nächstes kaufen wirst?

Was du als nächstes tun wirst?[/i]

[/i]

Du hebst die Arme, streckst dich.

Ein neuer Morgen . . .

Der wievielte Tag nach meinem Tod?

Der dritte Tag?

Der dreissigste?

Der dreihundertste?

. . .

 

Ich weiß es nicht mehr, habe aufgehört zu zählen.

Die Dunkelheit um mich herum ist zu stark, kämpft gegen meinen Verstand an, unterdrückt alle Gefühle, läßt mich frieren.

Warum kommst du nicht?

Warum kommst du nicht her, um mich zu wärmen?

Eigentlich ist es dumm von mir, anzunehmen, du hättest je etwas für mich empfunden.

Nachdem du meine wahre Identität kanntest, schrecktest du zurück, gingst auf Abstand.

Warum?

Weil ich L bin?

Weil ich . . . L [i]war[/i]?

 

Ich hätte es besser wissen müssen.

 

 

Ich liebte alles an dir.

Deine Haarfarbe, dein Gang, deine Art, dein Lächeln. . .

Und ich?

Ich stand da wie ein kompletter Vollidiot, ein Idiot, der krampfhaft nach Kira suchte, nach dir, nach der Wahrheit.

Nie hätte ich mir erträumt, du wärst wirklich Kira.

Doch ich wurde eines besseren belehrt.

 

 

Ich hätte es besser wissen müssen!

Ich hätte es schon beim ersten Treffen erkennen können, beim ersten Mal, als ich dich auf dem Monitor sah, der dich mit einer Kamera bewachte, als ich sah, wie du dir, nur um deine wahre Identität zu verbergen, Heftchen ansahst.

Ich hätte es wissen müssen.

Ich hätte es wirklich wissen müssen!

Ich raufte mir sooft die Haare, war sooft kurz davor, auszurasten und alles hinzuschmeissen.

Sooft!

 

Doch nun. . . Ist es vorbei. . .

Du stehst auf, nimmst deine Kleidung, ziehst sie wortlos an.

Eine Routine, wie es jeden Morgen seit meinem Tod passiert.

Und du merkst nicht . . . das ich neben dir stehe.

Ich wollte dich nicht verlassen.

Ich wollte dich nicht verletzen.

Ich wollte das alles nicht!

Du nimmst deine Tasche, gehst herunter, setzt dich an den Tisch, ich bin dicht an deinen Fersen, mustere dich.

Du verziehst keine Miene. . .

Noch nicht mal, als deine Schwester den Raum betritt.

Deine Schwester, die du über alles liebst.

Sie umarmt dich, wünscht dir freudestrahlend einen guten Morgen. . . Doch. . . du verziehst keine Miene.

Woran liegt das?

Etwa daran, dass ich tot bin?

Eigentlich . . . war es ja zu deinen Gunsten, dass ich aus dem Weg bin, hast wahrscheinlich selbst Gedanken daran heget, dass ich sterben müsste. . .

 

Es wäre mir egal gewesen. . .

Wenn ich nur durch deine Hand gestorben wäre!

 

Aber ich bin es nicht. . .

 

Die Dunkelheit um mich herum nimmt mich immer mehr ein, nimmt mir immer mehr meines Verstandes.

Ich weiß fast nicht mehr, wie mein bürgerlicher Name ist. . .

Ich weiß nur. . . dass du da bist. . .

Wind streicht in die Küche, als du die Tür öffnest, um hinaus zu gehen.

Du ziehst deine Jacke an, Schuhe, schulterst deine Tasche. . .

 

Und ich bin dicht auf deinen Fersen.

 

 

Der Wind ist stark heute, er rebelliert gegen mein Dasein in der Physischen Welt.

Du drehst dich immer wieder um, doch ich bin sicher, dein Todesgott sieht mich nicht.

Zu lange bin ich schon an deiner Seite, und du hast noch nichts gesagt.

Oder willst du nichts sagen?

Akzeptierst du, dass ich an deiner Seite bin?

 

Der Wind wird immer stärker, und du knöpfst die Jacke höher.

 

Und ich. . .

 

. . . kann mich nicht mehr halten. . .

 

 

 

"Light!"

 

Ich rufe mit aller Kraft, doch meine Stimme gleicht einem Flüstern, werde immer stärker gen Himmel gezogen.

Ich will das nicht!

Ich will bei dir bleiben!

 

"LIGHT!"

 

Meine Stimme wird stärker, und . . . Du drehst dich um.

 

"LIGHT!!"

 

Du siehst dich um, entdeckst niemanden. . . und mir laufen die ersten Tränen herunter.

"LIGHT!"

 

Und dann. . . siehst du in meine Richtung.

Ich merke, wie der Wind nachläßt, die Sonnenstrahlen durch mich hindurchfahren, und du. . .

 

 

 

. . . . du lächelst. . . .

 

 

 

 

[i]Wenn du die Augen schließt, woran denkst du dann?

Daran, wie du dein Wochenende verbringen kannst?

Was du dir als nächstes kaufen wirst?

Was du als nächstes tun wirst?[/i]

[/i]

 

 

Nein. . . Ich denke an dich. . . L . . .