If it’s Lovin’ that you want von mAYo

=======================

Prolog: Such a long way to go

-----------------------------------

Er wußte es.

Er wußte es schon lange.

„Mein Sohn. . ."

Er schlug mit einem silbernen Stock nach seinem Sohn, der zitternd am Boden lag.

„Du weißt, ich tu das nicht gerne.", flüsterte er, ehe der Stock erneut auf den Körper einschlug. Der Junge hob den Kopf, blickte seinem Vater ins Gesicht. Blut, dunkelrotes, dickflüssiges Blut vermischte sich mit weißblonden Haaren, graue Augen funkelten zu der großen Gestalt über ihm.

„Ich weiß.", war die feste, klare Antwort.

¤¤¤

Sein eisiger Blick streifte kritisch das Abteil des Zuges, dass ihn in seine Schule zurückbringen sollte. Er wußte, dieser Auftrag würde im alles nehmen, was er an Menschenwürde besaß; rein alles.

Warum war er nur so verdammt verbissen?

Seit Er, dessen Name nicht genannt werden durfte, zurückwar, gab es Aufruhr in der Zauberer-Welt, niemand mochte nach Einbruch der Dunkelheit auf die Straße, niemand mochte neue Kontakte knüpfen - derjenige könnte ja ein Todesser sein – niemand mochte mehr alleine umher reisen.

Ja, Draco Malfoy war hiermit eine wahre Ausnahme.

Er brauchte sich nicht zu fürchten, sein Vater hatte enge, wenn nicht geradezu brüderliche Verhältnisse zum Dunklen Lord, und sollte er auch nur einmal falsch angerührt werden, sämtliche Todesser wären bereit, ihn zu rächen.

Draco seufzte tief, fuhr sich durch das weißblonde Haar, musterte weiter die Landschaft draußen, die wundervoll unberührt dalag – doch für wie lange noch?

Das Ministerium hatte dunkle Zeiten angekündigt, verworrene, wenn nicht geradezu Unheimliche Zeiten, in der jeder Muggelgeborene oder gar die Muggel an sich in höchster Gefahr schwebte. Man wollte, wie es Slytherin selbst an sich einmal selbst plante, die Welt von allem „unreinem" säubern, Muggel gänzlich auslöschen, ein wahres Massaker anrichten – doch was ging es Draco an?

„Hmpf, Draco, probier das hier mal!"

Draco zuckte zusammen, er sah neben sich. Crabbe und Goyle, natürlich.

Er konnte nicht viele seine Freunde nennen, die meisten waren nur mit ihm zusammen, da sich ihre Väter kannten, viele aus Furcht; andere wiederrum, um etwas von dem Kuchen, den Severus Snape, Lehrer für Zaubertränke, ihm unter die Nase rieb, abzubekommen. Nur Crabbe und Goyle waren ihm Ernstfall als „Freunde" zu bezeichnen, es war nur leider unaussprechlich – Draco war absoluter Einzelgänger, jemand, der eigentlich nur an der Schule war, um Unruhe zu stiften und nicht etwa, um zu lernen. Trotzdem hatte er gute Noten, wenn auch nur dadurch, dass sein Vater die Lehrer bestach.

Zehn „Ohnegleichen" hatte er in den letzten Prüfungen gehabt, genauso viele wie Hermine Granger, das Muggelgeborene Mädchen, das stets an der Seite von Harry Potter war.

Harry Potter, der ach so tolle „Auserwählte", der „Junge, der überlebte" – alles das war von vorne bis hinter gelogen!! Draco zeriss jede Zeitung, jedes Magazin seiner Mutter, sollte St.Potter mit seinem riesigen Heiligen Schein über seinem aufgeblasenen Kopf auf dem Titelblatt sein.

Was fanden die den alle nur an diesem Narben-Gesicht?

Er seufzte. „Was sagtest du grad, Draco?", Schmatzte Goyle, und Draco schüttelte den Kopf. „Nicht’s."

Sie kamen wenig später am Bahnhof von Hogwarts an.

Das große Schloss erstreckte sich wie bekannt über einem riesigen Gelände, der See schimmerte grünlich im Angesicht des Mondes und die Blätter der peitschenden Weide hoben und sanken sich; ein altbewährtes Bild.

Für wie lange noch?

„Hey! Steh nicht so im Weg herum, es wollen hier auch noch andre durch!!"

Draco wurde jäh aus seinen Gedanken gerissen, er drehte sich um, verärgert, wer ihn den so vollgenölt hatte.

Natürlich. Er hätte es nicht besser wissen können!!

Langes, dickes, braunes Haar schlang sich um ihre Schultern und ihr perfektes Gesicht, große, braune Augen, die ihn differenziert musterten, die Hände in die Hüften gestemmt.

Hermine Granger.

„Was, Schlammblut?!!", kneifte er zurück.

Sie sah ihn noch einmal kurz an, dann schob sie sich an ihm vorbei; so, als wüsste sie, was kommen würde. Er sah ihr lange hinterher, ließ sich nicht von den Schülern stören, die ihn anrempelten und ihm eisige Blicke schenkten.

Seine Aufmerksamkeit galt einzig allein ihr.

Ihr, . . . mit der er bald einiges durchzustehen hatte.

-----------

Kapitel 1: Vorahnung

-----------------------

Die große Halle war wie immer, dunkle Wolken schwebten an der Decke, es donnerte, und Draco zuckte jedes mal zusammen.

„Wasch’n losch?", mampfte Crabbe durch einen Mund voll Chips.

„Nicht’s."

„Du antwortest schon seit geraumer Zeit auf jeden Satz mit ‚Nicht’s’, Draco. Da stimmt doch was nicht!", schnatterte es plötzlich von Pansy los. Draco drehte sich genervt um. „Ich sagte doch, es ist nicht’s. Ich bin nur etwas angespannt, da dieser Jahr die UTZ-Prüfungen beginnen, das ist alles.", versuchte er zu erklären, was jedoch kläglich unterging. Pansy war zwar dumm wie Brot, jedoch hatte sie einen guten Draht zu zwischenmenschlichen Beziehung, sie konnte so an einer Seele herumwerkeln, bis sie kaputt ging, sprich: sie war eine extreme Folterin, und wenn sie jemanden nicht mochte, wurde derjenige Opfer hinterhältiger Intrigen. „Lüg nicht!", war ihre nahezu geflüsterte Antwort, sie warf ihm einen Blick zu, der Bände sprach, dann drehte sie sich um und ging erhobenen Hauptes zum Tisch der Slytherins.

Draco fasste sich kurz an den Hals, er fühlte sich, als würge man ihn. Er schüttelte den Kopf, sah geradeaus auf den Lehrertisch, auf dem Snape gerade von Professer Dumbledore empfangen wurde, dann steuerte er ebenfalls auf den Tisch seines Hauses zu.

Es dauert nicht lange, und das normale Alltags leben in Hogwarts fand wieder seinen Lauf. Eintönige Tage des Lernens, langweilige Unterrichtsstunden, in denen sie auf die UTZe vorbereitet wurden. . .

Draco fand es schlichtweg einfach nur noch zum kotzen.

Wozu brauchte er den ganzen Zaubererkram?

Den Auftrag, den er ausführen musste, dazu brauchte er eigentlich nur geschickliches Handwerk, ein wenig Denkvermögen, ein paar Schockzauber, und das war’s!

Er schob das Buch, das vor ihm lag, ein wenig von sich.

Er war erst fünf Tage in Hogwarts, und es kam ihm vor wie eine Ewigkeit.

Die Tür ratterte leise, als sie jemand aufschob und den Gemeinschaftsraum der Slytherins betrat; Draco sah nicht auf, wie sonst immer, vielmehr legte er den Kopf auf den Tisch um in Dunkelheit zu verweihlen.

„Draco. . .?", fragte plötzlich eine Stimme, und er sah wieder auf. „Ah, Pansy.", begrüsste er das Slytherin Mädchen, die ihn anlächelte. „Na? Wie geht’s?" Er brummte irgendetwas als antwort, vergrub sein Gesicht wieder in seinen Armen und wartete. „Ich. . . habe da so eine Vorahnung. . .", begann sie das Gespräch.

Was für eine „vorahnung"? Ich hab ja noch nicht mal selbst was im sinn, wie es mit mir weitergeht!, rauschte es Draco durch den Kopf. Er murrte - ein Zeichen für sie, dass sie weitersprechen durfte. „Ich. . . habe die Vorahnung, dass dieses Schuljahr nicht gut verlaufen wird. Nicht in Schulischen Noten oder so, nein . . . . vielmehr etwas. . . . psychisches . . . etwas, was mit ihm zu tun hat. . . . Du verstehst?" Sie überschlug ein Bein über dem anderen, faltete die Hände und Draco dachte unwillkürlich daran, dass er sich jetzt wieder eine lange Predikt über den Mond und seine „Bedeutung" anhören durfte. Er knurrte. „Und?!", blaffte er sie an, sie wich jedoch nicht zurück. Vielmehr beugte sie sich nach vorne, um ihm nur sekunden später in einem verschwörerischen ton zu sagen: „Ich weiß um deinen Last, Draco. Ich weiß es, mein Vater arbeitet sehr nah mit deinem zusammen. . . . Ich bitte dich, flieh. Flieh aus Hogwarts!"

Er ruckte hoch. Sein sonst so perfektes weißblondes Haar war wirr zerstrubbelt, und er sah sie mit einem bösen Blick an. „WAS? Sag mal, bist du vollkommen irre?! Er wird mich jederzeit finden!", knurrte er. Sie beugte sich weiter vor. „Nicht, wenn du lebst wie ein Muggel! Draco, bitte! Nur ein paar Jahre, dann . . . !", flehte sie. „Was dann? Häh? Er findet mich. Selbst wenn man meine Leiche verbrennen würde, er würde mich finden."

Sie sah ihn an. „Wie?", fragte sie.

„WIE WOHL! Schalt dein Gehirn ein, Pansy!" Er ruckte seinen linken Ärmel hoch, entblösste das Tattoo der Todesser. Pansy sog scharf die Luft ein. „S-seit w-wann hast du e-es, Draco?!", hauchte sie, und er lächelte gefühllos.

„Seit diesem Sommer. Ich sagte doch, SO findet er mich immer . . ."

Pansy liess sich neben ihm auf den Boden fallen, strich mit zitternden Fingern über das Tattoo. „E-es . . .", flüsterte sie, Draco jedoch stiess ihre Hand weg und krempelte den Ärmel wieder herunter. „Kein Wort!!", zischte er, Pansy jedoch sah ihn an. „Du-u . . . bist ein Todesser?"

Er sah sie an. „Erschreckt dich das?", fragte er, und wartete auf ein geschriehenes „JAH!" . . . es kam nicht. Stattdessen schüttelte sie den Kopf. „Nein. Aber ich werde nicht an deiner Seite kämpfen, du verstehst?" Sie erhob sich, langsam, in voller würde; warf ihr langes, schwarzes Haar über die Schulter und lächelte ihn an. „Man sieht sich."

Irgendwo da draußen in der dunklen Welt hauste er.

In einer Welt, jenseit von Hogwarts.

In einer Welt jenseits Menschlichen Vorstellens.

In einer Welt . . . . ohne Liebe.

„Wurmschwanz, beweg dich!!", schnarrte eine hohe, kindliche Stimme.

Wie sehr sie doch täuschte!

„Ja, Herr, Ja . . .", kam es von einer ebenso hohen Stimme, einer Stimme, durchzogen von Angst.Sie gehörte einem kleinen Mann, dessen Umhang zerschlissen war, seine Fingernägel gelb und sein Haar zerfilzt. Dieser Mann balancierte ein Tablett, auf dem ein Kelch stand, liess es unzeremoniell auf einen kaputten Tisch knallen.

„Hrmp . . . Wurmschwanz, wie alt ist Harry Potter nun?", fragte die hohe Stimme. „Eh . . . . 17, Herr. Er tritt dieses Jahr sein letztes in Hogwarts an. . . .", antwortete Wurmschwanz, verbeugte sich und knibbelte an seinen Fingernägeln herum, während der Besitzer der hohen Stimme mit knorrigen Fingern nach dem Kelch griff und es in raschen Schlucken leerte.

„Das wievielte Einhorn war das, Wurmschwanz?", fragte er, und Wurmschwanz zuckte zusammen. „Das. . . . ähm . . . . sechste. . .", sagte er und zeigte sechs zerkrüppelte Finger. Die hohe Stimme kicherte.

„Ja. . . . Einhörner. . . . Schöne Geschöpfe, ja. Und ihr Blut ist nützlich, es verleiht ewiges Leben." ‚Und ewige Damnis’, fügte Wurmschwanz in Gedanken hinzu. „Ja, ich weiß."

Wurmschwanz zuckte zusammen.

Natürlich!

Du Volltrottel!

Er war ausgezeichnetet Gedankenleser!

„Schlachte ein neues!", befahl die hohe Stimme, und Wurmschwanz verneigte sich.

„Ja, Lord Voldemort."